Selbsttragende Karosserie – Wissenswertes und Vorteile

Selbsttragende Karosserie – Wissenswertes und Vorteile

Um festzustellen, ob eine selbsttragende Karosserie Vorteile hat, sollte erst einmal erläutert werden, was Karosserien überhaupt sind und was der Unterschied zu einer nicht selbsttragenden Karosserie und einer selbsttragenden Karosserie ist. Als Karosserie wird generell der Aufbau eines Fahrzeuges bezeichnet. Türen, Motorraumdeckel und Kofferraumdeckel gehören allerdings nicht dazu. Es wird zwischen drei verschiedenen Bauweisen unterschieden. Die häufigste genutzte Bauweise ist die Karosserie, die sich selber trägt. Die Bauweise des nicht selbsttragenden Rahmens wird schon längere Zeit nicht mehr für Autos verwendet. Man findet diesen Rahmen nur noch bei einem Oldtimer wieder. Die Skelettkarosserie ist im Moment die am häufigsten verwendete Bauweise bei den Fahrzeugen. Wie es der Name schon sagt, besteht diese Bauweise aus einem Skelett aus geschlossenen Hohlprofilen, die über relevante Knotenpunkte verbunden werden.

selbsttragende Karosserie eines modernen Autos (c) Dieter Schütz / pixelio.de

selbsttragende Karosserie eines modernen Autos (c) Dieter Schütz / pixelio.de

Was unterscheidet eine selbsttragende Karosserie von einer nicht selbsttragenden Bauweise?

In früheren Zeiten war es normal, dass die Karosserie für Pkws nicht selbsttragend war. Diese kann man wie oben schon erwähnt an einem Oldtimer erkennen. Heute wird diese Bauweise in der Regel nur noch für Geländewagen LKws oder Reisemobile verwendet. Nicht selbsttragend bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Karosserie auf einem kräftigen Rahmen oder einem Chassis aufgesetzt wird. Der größte Unterschied ist dabei, dass das Fahrgestell, auch als Rahmen oder Chassis bezeichnet, die komplette Belastung zu tragen hat. Das Fahrgestell besteht aus zwei Längsträgern, die durch mehrere Querträger fest verbunden werden. Dieser Aufbau wird auch als Leiterrahmen bezeichnet. Die Karosserie, die sich selber trägt, ist eine Weiterentwicklung der ersten Bauweise. Dabei wird auf den Unterbau verzichtet, denn die Karosserie trägt sich selber. Anstelle des Rahmens bzw. Chassis gibt es jetzt eine Bodengruppe, die nicht nur die tragenden Teile wie zum Beispiel die Motorträger und die Längs- und Querträger trägt, sondern auch die Radkästen und den Kofferraumboden enthält. Zusätzliche Verbindungen entstehen durch das Dach, die Mittelsäulen und die Kotflügel.

Selbsttragende Karosserie – Vor- und Nachteile

Der größte Nachteil des selbsttragenden Rahmens ist es, dass hier komplette Baukomponenten verarbeitet werden. Alle Teile, die bei der herkömmlichen Karosserie einzeln am Chassis verbaut waren, hängen jetzt zusammen und können nicht einzeln wieder verwendet werden. Schnelles austauschen von Teilen in der Werkstatt gestaltet sich somit schwierig.
Trotzdem überwiegen die Vorteile. Das selbsttragende Fahrgestell ist bedeutend leichter und besitzt eine höhere Festigkeit im Aufbau. So ein Fahrzeug bietet außerdem eine verbesserte passive Sicherheit. Bei Unfällen zweier Fahrzeuge mit einer selbsttragenden Karosserie hat das leichtere Fahrzeug gegenüber dem großen wuchtigen Fahrzeug weniger Nachteile, da sie beide über eine entsprechende Festigkeit verfügen.

1 Antwort : “Selbsttragende Karosserie – Wissenswertes und Vorteile”

  1. Bleifuß sagt:

    Otto Kässbohrer war ein deutscher Unternehmer und Fahrzeugkonstrukteur. 1951 baute er unter dem Namen „SETRA“ (SElbstTRAgend) einen der ersten selbsttragenden Omnibusse. 1953 erfolgte die Vorstellung des ersten Gelenkbusses Europas für den Stadtlinienverkehr, in dem 170 Personen Platz fanden. Ein Jahr darauf lieferte Kässbohrer die ersten dreiachsigen Hochdeckerbusse „Silver Eagle“ und „Golden Eagle“ in die USA.

    Jetzt kenne ich mich endlich aus, was ein selbsstragender Bus ist!

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