Porsche-Prozess – ein erster Erfolg!

Der Prozess um den Automobilhersteller Porsche hatte bereits zum Auftakt für schlechte Stimmung bei den Klägern, die vor etwa 4 Jahren mit einer VW-Übernahme durch Porsche rechneten und Aktien ankauften, gesorgt. Damals lies der Vorsitzende Richter im Braunschweiger Landgericht am Ende des Verhandlungstages verlauten, dass eine Verurteilung wegen sittenwidriger Geschäfte ein schwieriges Unterfangen sein. Die Hürde für eine solche Verurteilung sei durch den Bundesgerichtshof sehr hoch gesetzt. Dieses Urteil sorgte im Juni diesen Jahres für erste Erleichterung bei Porsche und bestärkte das Unternehmen, dass jegliche Vorwürfe einer Manipulation der Aktienkurse von sich weist.

Sportwagen

Porsche-Konzern verspekuliert sich – nun droht die Übernahme durch VW (c) Thomas Max Müller / pixelio

Seit heute kann Porsche einen weiteren Erfolg verbuchen. Das Landgericht Braunschweig hat den Automobilkonzern mit Sitz in Stuttgart-Zuffenhausen vom Vorwurf der Marktmanipulation freigesprochen. Vom Vorsitzenden Richter Richter, Stefan Puhle, hieß es, dass zwei der fünf Klagen abgewiesen wurden.

Porsche-Prozess – Hintergründe

Vor rund 4 Jahren verkündete der Sportwagenhersteller Porsche einen gewagten Übernahmeplan, der in der deutschen Wirtschaftsgeschichte einzigartig bleiben würde. Der kleine Automobilhersteller wollte den 15-mal größeren Volkswagen- Konzern übernehmen und ein neues Imperium kreieren. Vier Jahre wurde dieses Ziel akribisch verfolgt, nun folgt die Ernüchterung. Aufgrund der hohen Schulden muss Porsche eine Not-Allianz eingehen – und das ausgerechnet mit VW! Zur Zeit befindet sich die Hälfte des Porsche-Unternehmens im Besitz des Wolfsburgers. Bis 2014 könnte der VW-Konzern den Rest des Sportwagenherstellers an sich reißen.

Samt der kuriosen Übernahmepläne tauchten auch die Vorwürfe der Marktmanipulation auf. Mehrere internationale Investorengruppen sehen sich von Porsche, dem VW-Konzern und einer Frankfurter Bank getäuscht. Investoren waren in der Annahme, dass die Kurse der Volkswagen-Aktie fallen würden, doch dies trat nicht ein. Aufgrund des Übernahmeversuchs stieg der Kurs der Aktie kurzzeitig auf über 1.000 Euro. Hohe Verluste waren das Endprodukt. Angeblich sollen VW-Aufsichtsräte von der Manipulation der Märkte durch Porsche gewusst, doch die Information vorenthalten haben, was entgegen dem geltenden Gesetz steht. So soll nun auch der Wolfsburger-Konzern zur Kasse gebeten werden.

Bis jetzt stellte die Kanzlei CLLB Schadensersatzansprüche von rund 2,4 Milliarden Euro gegenüber der Porsche Automobil Holding SE, doch nun soll auch der VW-Konzern angegangen werden. Nach einer Rücksprache mit der Kanzlei DRRT, die einen Fall in den USA betreut, will die CLLB auch an den Wolfsburger Schadensersatzansprüche vortragen. Immerhin habe nicht nur Porsche die Anleger getäuscht.

Bislang stehen die Chancen für eine komplette Freisprechung sehr gut. Im Jahr 2011 wurden die seit 2009 geführten Ermittlungen gegen den Porsche-Chef Wiedeking eingestellt. Nun wurden 2 der 5 Anklagepunkte abgewiesen. Die Dinge stehen für Porsche nicht schlecht. Wie der Prozess abschließt, bleibt jedoch abzuwarten.

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